Sabine Krischke im Gespräch

Schmuck Fotografie Hamburg
 

Die Schmuckfotografie gilt als eines der schwierigsten Sujets? Worin besteht die besondere Herausforderung?

Jedes Gebiet der Fotografie hat natürlich seine Besonderheiten. Ich habe viele Erfahrungen mit der Still-Life-Fotografie und liebe die Schmuckfotografie gerade wegen ihrer oft kniffeligen, detailverliebten Herangehensweise. Die Gegenstände sind klein und werden mit viel Geduld arrangiert.

Detailverliebte Herangehensweise, wie muss man sich die vorstellen?

Ich bin nah dran am Objekt. Jeden kleinen Lichtreflex mit Beleuchtungstechnik zu steuern, macht mir enorm Spaß. Die Spiegelungen und die präzise Fertigung des Objektes reizen mich, stellen aber auch die Herausforderung dar. Jeder, der gerade einen Ring auf dem Finger trägt, versteht, was ich meine.

Wie kam es zu der Spezialisierung auf die Schmuckfotografie?

Größere Gegenstände zu fotografieren, ist körperlich einfach zu mühsam. Das wollte ich mir erleichtern … (lacht). Nein, mein Anliegen war, die Still-Life-Fotografie noch einmal im Detail zu perfektionieren. Und: Schmuck ist eine meiner Leidenschaften.

Gibt es ein Lieblings-Set oder eine bevorzugte Herangehensweise bei der Arbeit im Fotostudio?

Meist ist der Schmuck so individuell wie später die Trägerin oder der Träger. Auch bei seriellem Schmuck hat jedes Stück seinen ganz eigenen Charakter, den es herauszuarbeiten gilt. Es gibt also keinen einheitlichen Ablauf, der sich für alle Schmuckshootings anwenden ließe. Darin liegt der Reiz.

Wie kann man sich ein Schmuck-Shooting vorstellen?

Nach der Besprechung und der Lieferung gehört meine ganze Aufmerksamkeit erst einmal dem Schmuck – ohne die Kamera dazwischen. Vergleichbar mit einem Juwelier sehe ich mir die Qualität jedes Schmuckstückes an. So kann ich den Schmuck vor meinem inneren Auge begreifen, um die Schmuckfotografien dann mit der Kamera bestmöglichst umzusetzen.

Wer sind die Auftraggeber von hochwertigen Schmuckfotografien?

Meine Auftraggeber kommen aus der Schmuckbranche – Juweliere, Goldschmiede, Schmuckdesigner, Schmuckgaleristen. Viele Berufe brauchen heute hochwertige Ablichtungen ihrer Werke. Und Schmuck möchte ausgesucht, gefunden und natürlich auch verkauft werden. Viele meiner Fotos erstelle ich für Printkataloge und exklusive Onlineshops.

Beim Stichwort „Onlineshops“ hat jeder sofort Produktbilder auf weißem Hintergrund vor Augen.

Mittlerweile kann man fast alles online bestellen, und zurecht lässt sich kaum ein Schmuckhersteller diese Chance entgehen. Mit der Zeit hat sich die Qualität der Fotos extrem zum Besseren verändert. Es ist wahr, häufig handelt es sich dabei um Freisteller. Scheinbar ist das einfach, aber auch bei seriellen Schmuckfotos will jede Aufnahme liebevoll gemacht werden. Die Suche nach dem perfekten Lichtreflex bleibt ja die gleiche.

Aufwändige Inszenierungen erfordern sicher nochmal einen anderen Zugang? Nennen Sie deshalb diese Objektfotos Ihre „Hamburger Unikate“.

Bei einem einfach gestalteten Foto braucht man ja erstmal nur das Objekt an sich. Bei einer Inszenierung, die eine Geschichte erzählen soll, benötigt man die passenden Accessoires und ein Händchen für das gekonnte Arrangieren. Die eingesetzten Stylinggegenstände sollen ja nicht vom Schmuck ablenken, sondern ihn in einer besonderen Art und Weise rahmen und in eine besondere Stimmung setzen.

Ein Wort zur technischen Ausstattung – mit welchem Material entstehen die Schmuckfotografien?

Falls die Frage auf analog oder digital abzielt, ich arbeite schon seit zehn Jahren ganz entschieden nur noch digital. Für mich gibt es da einen emotionalen Unterschied, aber schon lange keinen qualitativen mehr. Ideal für mich ist digitales Mittelformat: schöne scharfe Bilder in hochauflösender Qualität. Bei der Beleuchtungstechnik setze ich auf meine Studiofoto-Blitzanlage, sowie Dauerlicht und manchmal auch Tageslicht. Und natürlich gehören Greifarme, Halter, Klemmer zu meinen Lieblingsgegenständen im Studioalltag.

Was macht die Fotografien von Sabine Krischke aus?

Das müssten Sie am besten meine Kunden fragen. Ich denke, ich bin nah dran – in der Empfindung und in der Stimmung, die es zu vermitteln gilt. Das ist es, was den Betrachter einer Schmuckfotografie später auch anzieht. Ganz nach dem Motto: Und es hat BLING gemacht.